Mittwoch, Oktober 18, 2006

Der größte Quatsch aller Zeiten #6



Liebe Bundeswehr, dass du gerne mal was zerstörst, liegt in der Natur der Sache und ist unter Armeen kein Phänomen mit Seltenheitswert. Und dass du deine Mitarbeiter geistig nur für begrenzt funktionsfähig hälst, hat sich aufgrund der niedrigen Geheimhaltungsstufe inzwischen auch herumgesprochen.


Aber dass du dein nicht zu zerstörendes Inventar besonders kennzeichnest, ist eine geniale Innovation im Sinne des Steuerzahlers, denn der zivile Durchschnittsbürger würde die massive Holzkiste mit den Eisenbeschlägen im Regelfall für eine Einwegverpackung halten und nach dem Öffnen umgehend zerstören. Hoffentlich können deine Mitarbeiter wenigstens einigermaßen lesen.

14 Comments:

Anonymous andie kanne said...

Es handelt sich um einen militärischen Tupperware Behälter.

Diese Behälter sind das äussert gelungene Ergebnis des MTT-Projekts ("Militärischer Tupperware Traum"), welches in nur 17 Jahren durch ein Konsortium von Roland Berger, Siemens und EADS entwickelt wurde. Die Entwicklungskosten von weniger als 575 Mio EUR sprechen eine deutliche Sprache: Wir haben verstanden!

18.10.06  
Anonymous stard said...

ich habe mal einen haufen kartoffelsäcke gesehen auf denen stand original geschrieben:

schweinemast oder bundeswehr.

fiel mir grad so ein. leider kein foto gemacht :/

18.10.06  
Anonymous simplex said...

Was war nur ursprünglich unter dem Stülpdeckel? Alles was kleiner ist als ein Panzer würde mich jetzt enttäuschen, bei soviel Verpackungsaufwand. (Das mit dem Lesen-Können versteh' ich aber: so ein Panzergrenadier ist schließlich (Bildungs-)Bürger in Uniform, dem kann man nicht mit schnöden Pictogrammen kommen.)

18.10.06  
Blogger Falcon said...

Ich ringe ja noch mit dem kleinen Sprachforscher in mir, aber ich bin doch recht sicher, dass man die Kombination aus "Bundeswehr" und "Der größte Quatsch aller Zeiten" ruhigen Gewissens als Pleonasmus bezeichnen kann.

18.10.06  
Anonymous andie gulschkanonen said...

@falcon, wieso? Die Bundeswehr ist doch eine Hochleistungsmilitariaverein, sie hat uns doch damals beispielsweise aus Stalingrad wieder rausgeboxt?! Und macht jetzt aus Afghanistan einen Garten Eden.

19.10.06  
Anonymous andie gulschkanonen 2 said...

Hm, oder war das anders? Aus Stalingrad haben uns die Russen rausgeholfen. Und die Amis machen Afghanistan zum Garten Eden? Und die Bundeswehr trainiert mit der Nazional Mannschaft "stoppen, schauen, schiessen"?

19.10.06  
Blogger Falcon said...

@Andie Gulaschkanonenfutter: Ich glaube, die zweite Version trifft zu. Wahrscheinlich wird die Bunzwehr demnächst auch die blühenden Landschaften im Osten der Bunzreplik einrichten.
Hoffentlich warten sie damit aber noch, bis es wieder Sommer ist.

19.10.06  
Anonymous Opafeldwedel said...

Reißen Sie Ihnen bloß zusammen, das kann ich Sie sagen !

19.10.06  
Blogger Scheibster said...

Dem größten Karnevalsverein aller Zeiten diente auch ich einst.

Und ich bin nicht verwundert. Trotzdem ein wertvoller Schnappschuss für alle Außenstehenden. :-)

@stard: Die Säcke kenne ich auch. Dummerweise war jeden Tag Pizza kommen lassen damals nicht finanzierbar.

19.10.06  
Blogger Markus Quint said...

/Andie: Weniger als 575 Mio Euro.? Das erscheint mir unwahrscheinlich. Vermutlich meinst du die Spesenrechnung.

Auf einer dieser internationalen Tupperparties wäre ich gern mal dabei, wenn die Schurken aus Äquatorial-Guinea oder Kongo auf Kaffee und Kuchen vorbei kommen.

/Stard: Diese Säcke gibt es vermutlich auch in der Ausführung Schweinemast oder Altersheim.

/Simplex: Ich tippe auf Bauteile für nordkoreanische Nuklearwaffen. Die Entwicklung eines Piktogramms mit der semiotischen Übertragung des Hinweises Wiederverwertbarer Behälter nicht zerstören erscheint mir hoch anspruchsvoll. Spesen von 575 Mio Eur dürften hierfür zu knapp kalkuliert sein.

/Falcon: Ein Antonym ist es jedenfalls nicht.

/Andie: Egal. Hauptsache, sie helfen uns aus dem Kongo raus.

/Falcon: Endlich eine geniale Idee, wie man den Osten doch noch in eine blühende Landschaft verwandeln kann. Wir machen einfach einen Truppenübungsplatz daraus. Oder einen Leih-Kriegsschauplatz, in den man sich einmieten kann, wenn man irgendwelche Streitigkeiten mit dem Nachbarn nicht hinter dem eigenen Gartenzaun austragen will. Und den unterirdischen Teil des Ostens könnte man als Versuchsgebiet für asiatische Atombombenbastler verleasen. Wow. Dieses Geschäftsmodell ist mindestens so überzeugend wie openUFO.com, das irgendwann Ole, Steini und mich zu intergalaktischen Multi-Milliardären machen wird.

/Opa Feldwebel: Fingerwedel wäre zutreffender. Aber hier darf anscheinend sowieso jeder machen, was er will. Ich notiere mehr Dissiplin im Weblog (!)

/Scheibster: Mir fehlt die Innenansicht. Leider, denn ich glaube, es hätte eine nützliche Lehre fürs Leben sein können.

19.10.06  
Anonymous stard said...

meinen sie im altersheim gibbet noch echte kartoffeln? die machen dort doch alles aus tüten ...

19.10.06  
Blogger Markus Quint said...

Werden die Salmonellen jetzt nicht mehr in Säcken geliefert?

19.10.06  
Anonymous andie kanne said...

Nee, in Säcken kommen die doch jetzt wieder heim. Du weisst schon, so wie damals.

20.10.06  
Blogger Scheibster said...

Die Bundeswehr eine nützliche Lehre fürs Leben. Hm. Naja.

Mein Eindruck damals war: Irgendwie interessante Zeit, aber im Kontext wirkt die Erfahrung "Bundeswehr" wie ein Stück Gemüse in einem Bücherregal.

Ich denke mittlerweile, dass man zu Friedenszeiten (und wahrscheinlich auch sonst) der Menschheit und dem eigenen Lebenserfahrungsschatz mit dem Zivildienst größere Dienste erweisen kann.

20.10.06  

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