Dienstag, September 12, 2006

Im Wolkenmuseum



Es hat fast durchgehend geöffnet, und der Eintritt kostet einen gelegentlichen Blick ins unverhüllte Licht der Sonne. Nur an wenigen Tagen im Jahr macht der Himmel blau und schließt die Türen der Ausstellung. Das Wolkenmuseum gehört, zusammen mit dem Wellenmuseum, zu den ältesten öffentlichen Institutionen mit Publikumsverkehr.

Das Besondere am Wolkenmuseum ist, dass es sich bei den ausgestellten Gegenständen ausschließlich um Einzelstücke handelt. Und keines der Werke bewahrt für den Bruchteil der kleinsten Zeiteinheit seine Gestalt.

Alles ist für den Besucher nur mit den Augen berührbar, aber manchmal senkt sich ein Kunstwerk unter dem Druck der Direktion auf die Erde, und dann kann man seinen frischen Duft, den es aus Flakons in Kristallsphären mitgebracht hat, einatmen und das feine Netz seiner Zellen auf der Haut spüren.


In der weltweiten Wanderausstellung liegen die schönsten Exemplare der Sammlung unter Ausschluss von Kuratoren und Ämtern in unterschiedlichen Vitrinen aus klirrender bis flirrender Luft. Wie in jedem anderen Museum lagern einige der kostbarsten Wertgegenstände im Keller. Dem detaillierten Plan des Chaos folgend, wird jedes Kunstwerk ans Licht geholt, wenn seine Zeit gekommen ist.

Noch nie kam ein Ausstellungsstück durch einen Museumsraub abhanden. So etwas passiert manchmal im Museum der Sterne.

17 Comments:

Anonymous stard said...

es gibt ein grosses geräuschmuseum, da kann man auch die ein oder andere entspannte stunde verbringen. die exponate wechseln auch regelmässig und wenn man glück hat bekommt man sehr seltene stücke zu hören ohne eintritt bezahlt zu haben. hach das leben ist schön ^^

12.9.06  
Anonymous Horst said...

Also das kenn ich auch Herr Stard, vor allem nach Bohneneintöpfen. Da kann man dann ohne Probleme zwischen Geräuschmuseum und Geruchsmuseum wandeln ohne hindernisse. Ich stimme zu das Leben ist schön ^^

12.9.06  
Anonymous martha said...

Oh Gott, ich komme zu spät. Sorry Herr Quint. Ich konnte Horst nicht daran hindern sowas gemeines zu posten. Es hatte nämlich seine Tabletten heute noch nicht müssen Sie wissen. -hust-
[Hand vorhalt] da benimmt er sich immer so komisch [hüstel/umguck/eindeutig kreisende Bewegungen mit Finger an Schläfenende mach].
Ich fand den Text schön. So.

12.9.06  
Blogger Der_grosse_Transzendentale_Steini said...

Von wem war noch dieses nette Lied: "Ich hol Dir keine Sterne mehr vom Himmel, die liegen nachher doch nur bei uns rum"?

13.9.06  
Anonymous wort-wahl said...

das ist ja ein richtiger frauentext, herr quint. so romantisch. wenn ich nicht so unromatisch wäre, würde ich seufzen. stattdessen applaudiere ich lieber ein bisschen. *klatschpatsch*

13.9.06  
Anonymous stard said...

ich finde sie sollten dem herrn mal öfter ein bißchen pillenfreie zeit gönnen frau martha ;)

13.9.06  
Anonymous c17h19no3 said...

musste sofort an reinhard may denken: "über den wolken..." *lalalalaaalalalalaaaa* (ich find das lied ja sogar schön, entgegen sonstiger hörgewohnheiten, siehe mein musikalisches gestern-journal).
als ich klein war, glaubte ich ja, nebel/wolken, das wäre gott...

13.9.06  
Anonymous Anonym said...

Und im Gegensatz zur meist anzutreffenden Museumsstatik sind die Wolkenexponate auch so schön dynamisch! Kunstwerke der Vergänglichkeit, das scheint mir das Geheimrezept - in den lebensnahen Naturmuseen ja immer wieder anzutreffen.

13.9.06  
Anonymous eon said...

Von Zeit zu Zeit bieten Reiseveranstalter auch mehrstündige Gruppenführungen im A-E-RO-Plan. Da erhät man einen schönen Überblick über die Ausstellungsstücke.

13.9.06  
Blogger Oles wirre Welt said...

Hach, da möchte man gleich hin...

13.9.06  
Anonymous martha said...

Herr Stard. Pillenfrei? Wenn Sie ihn dann adoptieren, sehr gerne. (Viel Spaß bei nä. Muahahaha.)

13.9.06  
Anonymous Andie Wolkenkuckuksheimer said...

Die wahre diesbezüglich Ausstellung findet ja leider nicht auf der Erde, sondern auf Venus statt. In einem sehr dicken, fast undurchdringlichen Wolkengürtel. Wie im richtigen Leben ist diese grosse Schönheit sehr gefährlich, die Wolken bestehen aus Schwefelsäure.

13.9.06  
Blogger Chris said...

nicht schlecht, Herr Specht!

13.9.06  
Blogger Markus Quint said...

/Stard: Manchmal stolpert man vom Geräuschmuseum direkt ins Rauschmuseum, auch dort bekommt man seltene Stücke zu hören. Allerdings nur gegen Eintritt. Und der Austritt ist auch nicht ganz frei.

/Horst: Zusammen mit Stard und Roberto Benigni seid ihr schon mindestens zu dritt.

/Martha: Kein Problem. Mit Hilfe der pharmazeutischen Erzeugnisse wirst du den Herrn Horst schon wieder in den Griff bekommen.

/DGT Steini: Und irgendwann landet der Kram auf dem Sperrmüll.

/Wort-Wahl: Romantik ist eine kulturgeschichtliche Epoche. Mehr nicht.

/C17h19no3: Tatsächlich handelt es sich um einen besonderen Aggregatzustand Gottes, der ansonsten in den meisten Fällen flüssig ist.

/MKH: Vanitas rules!

/Eon: Der Budget-Reisende kann sich auch auf eine Wiese legen.

/Ole: In diesem Fall war es Darjeeling, aber in deiner Provence gefällt es mir auch gut.

/AK47%: Ausstieg Venus kommt nach Sonne.

/Chris: Volle Kanne!

13.9.06  
Anonymous Horst said...

Ja da passen Sie mal auf wenn die Martha die Pille weg läßt...da fängt der Spaß erst an!
*Seine Pillen und die Glasmurmeln sucht*

Axo hier noch was produktives:

Am schönsten ist das Wolkenmuseum wenn man sich auf diesen grünen Teppich legen kann. Da kann man der ganzen Animation zu schauen die sich abspielt.

13.9.06  
Anonymous Opa said...

Gewitterwolken - auf See und im Gebirge. Da scheißt sich manch romantischer Schwätzer in die Hose.

13.9.06  
Anonymous Andie Wolkenkuckuksheimer said...

LOL! Let Elmo fire

13.9.06  

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