Sonntag, Oktober 25, 2009

Kopfschlächter

R hat vor vielen Jahren in einem Schlachthaus gearbeitet. Im Winter wurde das Gebäude nicht beheizt, und R hat darüber berichtet, wie R und seine Kollegen sich wärmten, indem sie ihre Arme zwischen das Gedärm der frisch aufgeschnittenen Bäuche gesteckt haben. Manchmal überkam sie dabei ein Gefühl, als zuckten die Innereien der Kadaver noch.
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12 Comments:

Blogger mkh said...

Kein Wunder, dass die zucken, bei den eiskalten Händen.

25.10.09  
Blogger MudShark said...

da die muskulatur nach dem tod völlig erschlafft kann es sich wohl nur um die entleerung des darmes/magens handeln.

trotzdem hat natürlich mkh recht.

wortbestätigung: bacti

26.10.09  
Blogger Andie Kanne said...

Ich bin froh, dass es sich bei der possierlichen Geschichte um eine Episode aus einem Schlachthaus handelt (steht das übrigens in L-K?).
Bei der dehnbaren Berufsauffassung mancher staatlichen Apparate sind beliebig fiese andere Szenarien denkbar.

26.10.09  
Blogger Oles wirre Welt said...

Urplötzlich taucht ja auch mancher Lebensimpuls wieder auf, der längst schon weggedöst schien. Plopp. Ist er wieder da. Vielleicht Nervenstrohfeuer, letztes Zucken, vielleicht springt die Pumpe aber auch wieder an und puckert fortan wieder lustig.

26.10.09  
Blogger mq said...

/mkh: Handelt es sich etwa um Nekrophilie ...

/MudShark: ... und zwar um einen besonders perversen Fall?
(Langsam beginne ich mich zu fragen, ob die Wortbestätigungen am anderen Ende der Leitung manuell erzeugt werden.)

/AndieKanne: Die Standortbestimmung trifft zu, die Doppeldeutigkeit verführte mich zu einer kleinen Änderung am Text. (Danke.)

/Ole: Hocherfreut nehme ich diesen Lebensimpuls zur Kenntnis und hoffe, dass deine Pumpe wacker puckert!

27.10.09  
Blogger 100 Goldfischli said...

"R hat vor vielen Jahren in einem Schlachthaus gearbeitet. Im Winter wurde das Gebäude nicht beheizt, und R hat darüber berichtet, wie R und seine Kollegen sich wärmten..."

Nach dieser Vorrede hatte ich noch eine viel schlimmere Pointe erwartet.

28.10.09  
Blogger 100 Goldfischli said...

Der Hinweis, dass die Wortbestätigungswörter sehr wahrscheinlich Stück für Stück manuell erzeugt werden, erklärt für mich einiges.

"tuprouti"

"Gesundheit!"

"Danke."

28.10.09  
Blogger mq said...

Auch von den zu Wortbestätigungsgeneratoren umgeschulten Kopfschlächtern wird in der heutigen Berufswelt Kreativität und Einsatz erwartet.

28.10.09  
Blogger 100 Goldfischli said...

Ich hatte angenommen, das man nur von Handwerk zu Handwerk und von Bürokraft zu Bürokraft umgeschult wird?

Ich glaube vom Kopfschlächter zum Friseur¹ ist so eine ganz naheliegende Karriere. Und vom Webdesigner zum Wortbestätigungsgeneratoren, auf Dreiviertel-Stelle mit Vierviertel Arbeitszeit.

marach!


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¹ geile Pointe, nä? Da stand zuerst "zum Floristen"...

29.10.09  
Blogger mkh said...

/mq
So was passiert, wenn Nekrophilie und absurde Aktionskunst called "Orgien Mysterien Theater" im Kühlhaus aufeinander treffen.

*shessili*

30.10.09  
Blogger mq said...

/100 Goldfischli: Sonst heißen die Läden Pumuck´l, Gaby´s Belhair oder Salon Schnittstelle, aber Kopfschlächter wäre in manchen Kreisen gewiss ein Kundenmagnet.

/mkh: Prost Mahlzeit.

30.10.09  
Blogger 100 Goldfischli said...

Kreuzberg¹. Im hinteren Kreuzberg² wäre das ganz sicher ein unvorstellbarer Kundenmagnet.

... obwohl: Wenn man sich dort so umsieht ist ihnen das Konzept jetzt schon nicht neu ...




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¹ formerly known as "essosechsundreißig"
² früher mal war direkt dahinter die Welt zu Ende. Und die Schlesische Straße war ganz, ganz hinten. Daher.

1.11.09  

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