Montag, Mai 22, 2006

Warum wir Stöckchen apportieren

Das Rätsel ist gelöst. Lange Zeit fragte ich mich, warum der Hund ständig Stöckchen anschleppt und mich mit bemerkenswerter Ausdauer immer wieder dazu auffordert, die Stöckchen durch die Landschaft zu schleudern.

Die meisten Hunde, die sich im Besitz eines Menschen befinden, gehen regelmäßig mit ihrem Menschen spazieren. Dann dauert es nicht lange und sie kommen schnaubend mit einem Stöckchen zwischen den Zähnen angetrabt, während ihnen der Sabber aus dem Maul rinnt. Sie wedeln mit dem Schwanz und tänzeln solange um einen herum, bis man ihnen das vollgesabberte Stöckchen halbwegs angewidert abnimmt. Man wirft es in hohem Bogen über eine Wiese, wobei einem der Sabber um die Ohren fliegt, und der Hund wetzt los, um die Beute zu apportieren. Wenn man ihn für das Erledigen dieser sinnlosen Aufgabe lobt, wird der Ehrgeiz des Hundes weiter angestachelt. In manchen Fällen wäre dieser Vorgang solange wiederholbar, bis das Tier vor Entkräftung tot umfällt.

Hunde tun dies aus demselben Grund, aus dem Menschen sich durch Schulabschlüsse quälen, arbeiten gehen, Karriere machen wollen und Bausparverträge abschließen: Sie brauchen eine lösbare Aufgabe und die anschließende Bestätigung durch ihre Herrchen oder Frauchen.
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>> Super retarded dog

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Interessanter Gedankengang. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es so. Bleibt die Frage ob das eher belustigend oder erschreckend ist. Das beantwortet wahrscheinlich jeder anders. Je nach Charakter und Ansicht. Ich finde es belustigend.

11.6.06  
Blogger mq said...

Ich finde es traurig.

11.6.06  

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