Dienstag, Juli 11, 2006

Freiheit #1-5

#1
Rette dich selbst und du rettest die Welt.

#2
Die Freiheit der Gedanken allein ist nutzlos.

#3
Freiheit ist nicht die Freiheit der anderen.

#4
Freiheit ist die Wahl des Gefängnisses.

#5
Fast jeder Ort ist der beste Ort zum leben.

16 Comments:

Anonymous stard said...

ich hab auch noch einen:

freiheit bedeutet nicht optionen zu haben, freiheit bedeutet optionen zu nutzen.

dafür würde ich punkt eins streichen ;)

11.7.06  
Blogger Der_grosse_Transzendentale_Steini said...

Es gibt nicht nur die eine, allumfassende Freiheit. Jede einzelne Freiheit muss man sich schwer erkämpfen und man kann sie sammeln wie Matchboxautos. Wer am meisten davon hat, ist ganz weit vorne. Und nicht jede Freiheit gefällt auch jedem.

11.7.06  
Anonymous eon said...

Noch ne Abwandlung zum Ersten:

Wenn jeder sich sebst hilft, ist jedem geholfen.

11.7.06  
Blogger mkh said...

In einem unfreien Land beginnt die Befreiung mit der Freiheit in dir selbst. Und in einem freien Land beginnt die Befreiung mit der Freiheit in dir selbst.

11.7.06  
Blogger Lundi said...

Für mich hat Freiheit einen zutiefst subjektiven Aspekt. Man kann sich durch Gewohnheiten und Regeln eingeschränkt fühlen oder die Unendlichkeit der Möglichkeiten wahrnehmen.

11.7.06  
Anonymous martha said...

Ich bin für:
Individuelle Freiheit, allgemeine Freiheit, Handlungsfreiheit, Willensfreiheit, Meinungsfreiheit, Vertragsfreiheit, Informationsfreiteit, Pressefreiheit, Rundfungsgebührenbefreiung (ah nee, passt nicht) etc...

11.7.06  
Anonymous Der Texttourist said...

Es ist auch so, dass die individuelle Freiheit unmittelbar an das Portemonnaie des jew. Individuums bzw. an den Inhalt des Portemonnaies geknüft ist.
Wenn wenig Geld drin ist, kann man nicht so frei sein und sich ein Buch kaufen, sondern lässt lieber den Motorschaden seiner Karre reparieren.
Andererseits wird man bei akutem Geldmangel auch nie auf die Idee kommen sich für das Determinismusdingen zu interessieren und stirbt arm, vielleich auch dumm, aber irgendwie frei.
:)

11.7.06  
Blogger Markus Quint said...

@Stard: Lässt sich gut mit der Aussage vom Großen Transzendentalen Steini verknüpfen, denn vermutlich muss man sich die Optionen erkämpfen, bevor man sie nutzen kann.
Punkt eins ist (nur) aus der Sicht des Unreligiösen versteh- und vertretbar, denn wenn dem Unreligiösen die eigene Rettung nicht gelingt, geht die Welt als seine Vorstellung ebenfalls unter.
@Der Große Transzendentale Steini: Dann kann man die gesammelten Freiheiten auch weitergeben oder tauschen wie Matchboxautos? Dein letzer Satz ist zutreffend und erinnert mich an den Kanarienvogel, der Angst vor geöffneten Käfigtüren hat - ja: Viele Freiheiten gefallen nur wenigen.
@Eon: Genau das könnte der erste Schritt sein - und wer sich selbst helfen kann, kann vielleicht auch anderen helfen.
@MKH: Ich bin auch davon überzeugt, dass Freiheit im eigenen Selbst beginnt. Aber was ist ein freies Land?
@Lundi: ... und nutzen!
@Martha: Wieso sollte das nicht passen? Nieder mit der Versklavung durch die Einzugszentrale! Mit den Gebühren werden Typen wie Kerner und Beckmann bezahlt!
@Der Texttourist: Die alte Frage - macht Geld frei? Ich glaube schon. Aber ich verfüge auch nicht über größere Mengen von dem Teufelszeug. Dass Geld schlau macht und Arme dümmer sterben müssen als Reiche ... daran glaube ich allerdings nicht.

12.7.06  
Blogger Der_grosse_Transzendentale_Steini said...

@Markus: Klar kann man Freiheiten tauschen. Machen wir doch ständig.

12.7.06  
Blogger Falcon said...

@mq: "Dass Geld schlau macht und Arme dümmer sterben müssen als Reiche ... daran glaube ich allerdings nicht." Hier in Deutschland wohl tatsächlich nicht, weil hier derjenige, der es will, einen mehr oder minder freien Zugang zum Wissen hat (Diskussionen über Studiengebühren oder die Qualität der Schulausbildung schenk ich mir mal an dieser Stelle).
Anderswo hast du aber nur mit Geld überhaupt die Möglichkeit, auf das Wissen anderer zuzugreifen, sei es in Form von Büchern, Lehrern oder auf andere Weise.
Ob du dieses Wissen dann aber auch tatsächlich nutzt, bzw. es dir aneignest, ist eine Sache, die du allein mit dir selbst ausmachen musst. Und das ist dann wiederum keine Frage des Geldes.
Andere Frage: Ist Freiheit eigentlich auch dann Freiheit, wenn es nur eine subjektive ist und objektiv betrachtet der sich frei Wähnende tatsächlich unfrei ist?
Und ist eine Freiheit, die man nicht nutzen kann, noch eine Freiheit?

12.7.06  
Blogger wellengang said...

Freiheit ist nur die Wahl des Gefängnisses - das ist es doch. Wir treffen doch immer wieder auf Grenzen. Seien sie geistiger, sozialer oder räumlicher Natur. Wir können grenzenlos sein, denken, handeln, leben, fühlen und doch werden wir nicht selbst bestimmen, weil Hunger, Durst, der Überlebenswille, Rechtssysteme, und soziale Interaktion uns im Gefängnis der Gemeinschaft, und wenn wir dieser entsagen, zumindest doch im Gefängnis unseres Körpers uns seiner Zwänge gefangen halten.
Die Überwindung all dieser Dinge ist der Tod.
Ist der Tod also die wahre Freiheit?

12.7.06  
Blogger Markus Quint said...

@Steini: Tröstlich. Texte zu verfassen ist auch eine Form der Freiheit oder mindestens ein Mittel zur Befreiung. Vielleicht sogar - abhängig vom Ergebnis - ein Kondensat von Freiheit.
@Falcon: Global gesehen, stimme ich völlig zu. Ich bezog meine Anmerkung zum Kommentar des Texttouristen auf die Option der Autoreparatur - und anderswo kann man sich außer guter Schulbildung auch keine Autoreparatur leisten. Geschweige denn ein Auto.
Ich bin davon überzeugt, dass Freiheit immer subjektiv ist und die Außenbetrachtung keine Rolle spielt - solange sich derjenige, der sich frei fühlt, dabei gut fühlt. Und eine Freiheit, die man nicht nutzen kann, aber zumindest als solche erkennt, bleibt per individueller Definition eine Freiheit. Vielleicht nur als Betrachtungsgegenstand, vielleicht als Ziel.
@Wellengang: Der Tod ist keine Freiheit, der Tod ist das Ende von allem. Also auch von Freiheit oder Unfreiheit. Für mich zumindest wird das Leben immer einen höheren Stellenwert haben als jedes andere Ideal.

12.7.06  
Anonymous stard said...

an der stelle kommt dann wieder die religiösität ins spiel, wenn rot, grün und blau nicht mehr existieren - ist dann schwarz oder weiss? ich persönlich glaube ja auch der tod ist das was er verspricht zu sein: der tod. und die optionen eines haufens sich langsam zersetzender moleküle sind aus meiner sicht sehr sehr eng gesteckt.

nur mit punkt eins kann ich trotzdem nichts anfangen - rette dich selbst dann rettest du dich selbst würde ich dagegen sofort unterschreiben.

12.7.06  
Blogger wellengang said...

Ich möchte nicht missverstanden werden, auch für mich ist der Tod das Ende und das Leben ist höher einzustufen als die vermeintliche Erlösung, doch gehe ich eben davon aus, das unser Bestreben zu leben automatisch eins der Gefängnisse ist, in denen wir stecken und somit totale Freiheit nicht existent ist - unsere Freiheit eben nur in der Wahl unseres Gefängnisses besteht.

12.7.06  
Blogger Oles wirre Welt said...

Für den Menschen kann nichts schrecklicher sein als völlige Freiheit, die nichts als Alleingelassensein mit sich bringt. Keine Bindung zu nichts, nirgends Halt, nichts ist greifbar, nichts bleibt berechenbar, da alles zu jedem Zeitpunkt ohne Grundangabe anders sein kann. Wenn alles alles sein kann, weil alles frei ist, alles zu sein, ist nichts mehr zurechenbar, ist nichts mehr vorhersehbar, ist alles alles und nichts zugleich. Und wenn wir zu jedem Zeitpunkt alles tun können und gleichzeitig damit rechnen müssen, dass andere auch alles tun oder tun können und dürfen, gehen die Synapsen in Flammen auf, weil sie die unendlich vielen Unbekannten jeder einzelnen Situation nicht mehr fassen können, heißlaufen und explodieren. :) Wahrscheinlich liegt das Optimum in einer gesunden Mischung aus Freiheit und Einschränkung, aus Fordern und Bescheidenheit. Oder so. :)

12.7.06  
Blogger Markus Quint said...

Jeder sollte sich Freiheiten in dem Maß besorgen, in dem er sie verträgt. Vielleicht hat ein Gefängnis auch bestimmte Formen der Sicherheit zu bieten. Vielleicht bietet Sicherheit für manche auch ein Stück Freiheit. Vielleicht kann man auch in einem Gefängnis frei sein. Sobald Freiheit auf Kosten anderer geht, also gegen gesellschaftlich erforderliche Regeln verstößt, wird sie zum Problem.

12.7.06  

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