Montag, Juni 19, 2006

Unverzerrte Blicke auf die Welt


Unverzerrte Blicke auf anteilsmäßige, weltweite Ex- und Importe - zum Beispiel von Spielwaren - bietet das Projekt Worldmapper der University of Sheffield, in Kooperation mit der University of Michigan.

Auf der Website finden sich 106 weitere Karten zu unterschiedlichen Themen, von Land- und Bevölkerungsverhältnissen über Ex- und Importe von medizinischen Produkten bis hin zum Zuwachs und Verlust von Waldressourcen. Auch die Texte zu den Grafiken sind außerordentlich informativ und lesenswert.
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>> Worldmapper

13 Comments:

Anonymous Anonym said...

Da lacht das Geographenherz!

19.6.06  
Blogger Chris said...

Europa und die USA platzen ja bald...und die poverty und pollution maps sind noch nicht "komplett"...bei dem Thema fällt mir ein: gibt es eigentlich irgendwo maps über Armut in Deutschland?

20.6.06  
Anonymous Anonym said...

@ Chris

Kartieren könntest du beispielsweise "Anteil der Bevölkerung, die unter einer Armutsgrenze xy leben" oder "Anteil der Bevölkerung, die um Faktor xy unter dem mittleren Einkommen des betreffenden Bundeslandes / der betreffenden Stadt / Region usw. liegen". Das Ganze dann farblich oder mit visuellen Proportionen in die Karte eintragen - fertig wäre die Armuts-Karte. (Frage: Wie kartiert man Wohnsitzlose ohne jegliche Bezüge? Die entziehen sich womölich der Datengrundlage...)

Ob es so enie Kartierung gibt, weiß ich jedenfalls auch nicht. Wäre vielleicht interessant und ne nette Spielerei für Geographische Institute - aber die nummerischen Statistika reichen ja eigentlich auch aus.

20.6.06  
Anonymous Chris said...

@mkh:auch Wohnsitzlose sind ja gemeldet, die werden dann natürlich hinzugezählt. Was die Armut in Deutschland betrifft: sie nimmt überall zu, besonders auch in solchen angeblich reichen Städten wie München (also nicht nur im Osten) und Armut heißt hier tatsächlich auch, dass Kinder hungern, was sich hier niemand vorstellen kann, außer den Kindern...aber wir haben das Achtelfinale erreicht...

20.6.06  
Anonymous Anonym said...

Ja, das ist so eine Sache, die wohl erst langsam ins Weltbild einsickern muss... Wie kann mans ändern, wär die nächste Frage.

20.6.06  
Blogger Chris said...

@mkh:Politiker und auch wir sollten aufhören, uns selbst in die Tasche zu lügen; es wird immer schlimmer, im Osten gibt es Gebiete mit Arbeitslosenquoten von nahezu 70%, Schüler wissen jetzt schon, dass sie niemals einen Ausbildungsplatz bekommen, die Perspektivlosigkeit wächst überall; wichtig ist es natürlich, dass die Medien darüber berichten und sich nicht zum Instrument von Wirtschafts- und Parteipoltik degradieren lassen, man sollte über ein gerechteres Steuersystem ernsthaft nachdenken und diejenigen, die sowieso schon wenig haben nicht noch mehr schröpfen, sonst explodiert Deutschland irgendwann (und leider ist ja nicht jeden Monat WM).

20.6.06  
Anonymous martha said...

Kenn ich. Sehr geil!

20.6.06  
Anonymous simplex said...

'Teekonsum' tät mich interessieren: die einzige Disziplin, in der die beiden Großmächte Irland und Ostfriesland gemeinsam alle anderen Länder in den Pazifik drücken.

20.6.06  
Blogger Markus Quint said...

@mkh&chris: Bei allem guten Willen setzen sich immer wieder die Darwinschen Prinzipien durch - unabhängig davon, wie reich oder arm einer ist. In diesem Land (und andernorts in sogenannten Industrieländern) kann man sich schnell davon überzeugen, dass alle der Meinung sind, sie schneiden schlechter ab, als sie es eigentlich verdient hätten. Und dabei wird selten nach oben getreten.

Warum viele Zeitgenossen die trügerischen Scheinideale des materiellen Überflusses nicht entlarven, wäre eine interessante Fragestellung. Ist es nicht schon ein Luxus, sich halbwegs gut ernähren zu können und nachts auf einer bequemen Matratze unter einem Dach zu schlafen?

Dass (bezahlte) Arbeit zum Luxus wird, daran hätte noch vor sechs Jahren keiner gedacht ... und dass in diesem Land Kinder hungern, ist sowieso unfassbar.

@martha: Dann muss der nächste Beitrag einer werden, den du (in dieser Form) vielleicht noch nicht kennst.

@simplex: Zumindest würde Irland und Ostfriesland im Gegensatz zu Resteuropa nicht völlig von Indien und China in den Atlantik gedrückt werden.

20.6.06  
Anonymous Anonym said...

@ Markus: "Warum viele Zeitgenossen die trügerischen Scheinideale des materiellen Überflusses nicht entlarven, wäre eine interessante Fragestellung. Ist es nicht schon ein Luxus, sich halbwegs gut ernähren zu können und nachts auf einer bequemen Matratze unter einem Dach zu schlafen?"

Vielleicht ist weitaus schlimmer als die materielle Beschränkung die ANGST vor der materiellen Beschränkung...

Ich spreche hier nicht von den hungernden Kindern und den wirklich armen Menschen. Sondern von denen, die eigentlich immer noch gut ausgestattet und wohlhabend sind. In vielen Köpfen erscheint Verarmung weniger als Status Quo, sondern als Sorge vor der Zukunft. Die geht als Gespenst um in Deutschland...

Dazu kommt natürlich die tägliche Bedürfniserweckung durch Kaufreize und das allgegenwärtige Marketing von Lebensstilen... und dann noch eine Art globale ökonomische Wettbewerbsgier... naja, die ganze komplexe Geschichte halt!

Soweit einmal IMHO

21.6.06  
Blogger Markus Quint said...

ANGST! Genau! Das war das Wort, nach dem ich suchte. Sehr treffend!

22.6.06  
Anonymous Anonym said...

na denn kuck dir mal diese karte an, mit zwei mal berlin
http://www.worldmap.org/country.php?ROG3=GE

23.6.06  
Blogger Markus Quint said...

Das toppt alles. Dass Berlin ein Stadtteil von Bonn ist, war klar. Aber einfach so zu tun, als gäbe es keinen antikapitalistischen Schutzwall mehr, ist ein Affront gegen das sozialistische Nationalbewusstesein.

23.6.06  

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