Dienstag, Oktober 18, 2011

Metrou

Ich hatte die Fremde nur nach dem Weg zum Piata Alba Iulia gefragt. Sie bat mich, für einen Moment ihr Telefon zu halten, wühlte in den Tiefen einer Ledertasche und brachte diesen handgezeichneten Metroplan zum Vorschein, den sie mir vergnügt überreichte. Dann nahm sie ihr Handy aus meiner Hand, drehte sich und verschwand in der Menge.

8 Comments:

Blogger Herr MiM said...

Eines der Kunstwerke, die auf Reisen den Weg zu einem finden, wo ich sagen würde, ... EINRAHMEN.

Das hat schon künstlerischen Wert.

19.10.11  
Anonymous Burnster said...

Das ist nicht wirklich passiert, oder? Fantastisch!

20.10.11  
Blogger mq said...

/Herr MiM: Ich werde den abgegriffenen Papierfetzen aufbewahren. Und nie etwas über die Person erfahren, die den Plan gezeichnet hat.

/Burnster: Ungelogen. Ich stand erstmal an der Kreuzung herum und war vollkommen verblüfft. Überhaupt bin ich in Rumänien teils wundersamen, und ausschließlich freundlichen Menschen begegnet.

20.10.11  
Anonymous Andie Kanne said...

Die wohl einzig adäquate Reaktion wäre ein Heiratsantrag gewesen.

21.10.11  
Blogger mq said...

Dafür blieb keine Zeit.

21.10.11  
Blogger 100 Goldfischli said...

Geil!



(btw: Sind die Captchas jetzt auf Rumänisch umgestellt? unituali)

21.10.11  
Blogger mkh said...

Ich würde so vorgehen: Lege eine transparente Folie über das Zeichen und verbinde (ohne die Folie zu verrutschen!) mit einem dünnen Permanentstift die Enden aller Streckenlinien miteinander. Führe dabei von jedem Endpunkt jeweils eine Gerade zu allen anderen fünf Linienendpunkten. Das vielmaschige Netz, dass du auf diese Weise erhältst, wird dir einen zentralen Punkt deines Gesamtgeflechts vor Augen führen. Dies ist der topographische Punkt ohne Rückkehr, den es nun im Herzen der fremden Stadt aufzufinden gilt. Wenn du ihn erreicht hast, zähle noch einmal schnell die Anzahl aller von dir eingezeichneten Geraden durch und schlage eine zuvor in Bukarest erworbene Ausgabe mit dem Titel "Das Heilige und das Profane" von Mircea Eliade exakt auf derjenigen Seite auf, die der Anzahl deiner Geraden entspricht. Sogleich wird an diesem mythisch okkulten Mittelpunkt der Stadt die Fremde wieder vor dich treten. Dann lese ihr ein intuitiv ausgewähltes Eliade-Zitat aus deinem aufgeschlagenen Buch vor, halte ihr die transparente Folie mit deinem gemalten Liniengeflecht vor Augen, und sie wird verstehen. Dann mach ihr einen Heiratsantrag.

22.10.11  
Blogger mq said...

/100 Goldfischli: Könnte auch Hindi sein.

/mkh: Klingt kompetent. Ich werde die Methode, äh, in Erwägung ziehen.

23.10.11  

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